1801 - 1900

Bedingt durch die Franzosenzeit und den damit verbundenen Umwaelzungen spaltete sich die Pfarre Mausbach von Gressenich ab.
Der in Mausbach geborene Kapuzinerpater Wolfgang Salmagne musste 1802 sein Kloster in Aldenhoven verlassen und kehrte nach Mausbach zurueck. Er las nun im St.-Antonius-Kapellchen in Fleuth die hl. Messe. Den neuen, von Napoleon eingesetzten Bischof Marcus Antonius Berdolet, zu dessen Aachener Dioezese Gressenich gehoerte, bat er, Mausbach zur eigenen Pfarre zu erheben. Dagegen allerdings erhob der Gressenicher Buergermeister Schueller Einspruch und wollte, dass der Gressenicher Pastor Hahn in seine frueheren Rechte in Mausbach wieder eingesetzt wuerde. Verbittert schrieb Salmagne:”Gressenich, Gehoeft Minderjahn (altes Pfarrhaus)der Sitz der grossen Maenner, war gegen Mausbach.”
Trotz aller Widerstaende begann Salmagne mit dem Bau der Mausbacher Kirche. Die Gressenicher nannten sie veraechtlich mit einem Begriff, den sie seit Jahrhunderten aus dem Waldgerechtsnamen kannten: Seel (Siel, das ist der gemeinsame Stall, in dem die in den Wald getriebenen Schweine Unterkunft fanden). 1804 wurde die Mausbacher Kirche geweiht und am 26.02.1805 schrieb der Aachener Bischof Berdolet an die mausbacher Gemeinde und erlaubte J.A.Salmang bis zur Neuorganisation der Pfarreien in Mausbach Gottesdienste abzuhalten. Am 14.09.1805 wurde Mausbach zur selbststaendigen Pfarre erhoben.

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Eine Notiz aus dem Jahre 1804 besagte, dass die Pfarre Gressenich aus Werth, Rott, Elle und Krewinkel bestand und 1200 Seelen hatte; Pfarrer war Richard Hahn, Primissar J.P.Dunkel. Buschhausen kam erst spaeter dazu, dagegen wurde Krewinkel von Gressenich getrennt. Am 18.03.1807 schrieb Bischof Berdolet an den Praefekten des Rhein-Mosel-Departements, Lameth, und lehnte das Ansinnen des Buergermeisters von Nothberg ab, Werth dieser Gemeinde zuzuordnen.

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An der Jahrhundertwende stuerzte der alte Kirchturm ein, vermutlich bedingt durch die grossen Erdbeben von 1755/56. Beim Neubau des Turmes wurde das Langhaus um eine Achse nach Osten erweitert, so das es jetzt ueber vier Achsen verfuegte. Bis zum Umbau konnte man am Kircheneingang in einem bunten Seitenfenster das Reiterstandbild des Jan von Werth (Reitergeneral i. dreissigjaehrigen Krieg) erblicken. Ausserdem befand sich in der Kirche ein Grabstein des Generals, der aber leider bei den Turmumbauten um das Jahr 1806 verschwand (vermutlich wurde er als Eckstein vermauert). Die Aufschrift wurde allerdings aufgeschrieben und lautet in unsere Schriftsprache uebersetzt
-  Zur Erinnerung an Jan von Werth - Seine Siege erfocht er stets zu Pferd - Darum auch Jan der Sieger genannt  - Weither bekannt im deutschen Land - Geboren in dem nahen Werth - Sein Leichnam ruht in fremder Erd’.
Als 1806 der neue Kirchturm gebaut wurde, geschah gleiches auch in Hastenrath. Dort geschah allerdings das Missgeschick, dass beim Anschlagen der Dachleisten ein Stueck fiel und zerbrach. Doch die Hastenrather wussten Rat und holten in der Nacht das fehlende Stueck in Gressenich, dort lagen mehrere Dachleisten fuer den neuen Kirchturm bereit.
Pastor Hahn, der sich um die Ausstattung der Gressenicher Kirche durch mancherlei Anschaffungen wohl sehr verdient gemacht hatte, starb am 14. August 1826 im Alter von 77 Jahren.

+-+-+Neues Pfarrhaus

Am 23.10.1826 wurde der in Roehe im Jahre 1758 geborene Mathias Lersch als neuer Pastor in Gressenich eingefuehrt. Er wurde im Jahre 1787 zum Priester geweiht und 1788 Kaplan in Nothberg. Von 1819 an war er Pastor in Hastenrath. Vorher wurde das Pfarrhaus von Gressenich von aussen und innen geweisst und gefaerbt, die Kosten betrugen 12 reichstaler. Tueren und Fenster wurden in einen guten und brauchbaren Zustand versetzt.
Die Kirchenverwaltung (M. Kugel, P. Dierichs, Wilh. Schueller,Math. Dix, Joh. Krug) legte am 08.06.1827 fest, was zum Pfarrhaus gehoerte und somit nicht Eigentum des neuen Pfarrers war. Dies war:”Das grosse Schrank mit den Schoessern (Schubladen), die Bettlade oben auf dem Schlafzimmer, zwei Millichplanken im Keller, ein ganz neuer Putzeimer samt allem Zubehoer, auf dem Speicher acht Wachsrechen aus Tannenholz, im Pferdestall ein Futter-Komb.
Nach Abgang des Herrn Pfarrers musste er oder seine Erben faerben oder weissen lassen und alles wiederherstellen lassen wie bei seinem Antritt.
Die Fruechte auf dem Feld und in der Scheune wurden nach dem 1. Monat der gehaltenen Dienstzeit geteilt. Sollte ein zeitlicher Herr Pastor oder Herr Vikar mit Tod abgehen und seine Totenkleidung sich nicht selbst angeschafft haben, so konnte diese von der Kirchenverwaltung gegeben werden. Dafuer musste ein Betrag von 16, 17 oder 18 Reichstaler im voraus bezahlt werden.

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1865 wurde das neue Pfarrhaus in der heutigen Roemerstrasse erbaut. Bisher wohnte der Pfarrer im GehoePfarrer Wiechers silbernes Priesterjubilaeumft Minderjahn “Auf der Eiche”. Im Jahre 1836 wurde Peter Wilhelm Esser  neuer Pfarrer von Gressenich. Er leitete die Geschicke der Pfarre bis 1874. Sein Nachfolger wurde Peter Franz Wilhelm Wiechers. Er wurde am 17.04.1847 in Duesseldorf geboren und am 24.08.1872 zum Priester geweiht. Ob Pfarrer Wiechers schon 1874 Pfarrer von Gressenich wurde, ist nicht eindeutig belegt, da er zwischen seiner Priesterweihe und Taetigkeit in Gressenich noch drei bedeutende (aber ungenannte) Vikarien wohl mit grossem Eifer verwaltet hat. Im Jahre 1897 feierte er sein silbernes Priesterjubilaeum. Wiechers war bis April 1908 Pfarrer unserer Gemeinde und wurde ab dem 04. April 1908 Pfarrer von Frenz. Dort verstarb er am 13.10.1908 morgens um 6 Uhr 30 an den Folgen eines heftigen Schlaganfalles.

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Die Pfarrer von Gressenich lauteten:
Richard Hahn 1790 - 1826,    Johann Matthias Lersch 1826 - 1836,   Peter Wilhelm Esser 1836 - 1874.
Peter Franz Wilhelm Wiechers 1874(?) - 1908