1701 - 1750

In der Pfarrkirche gab es eineKreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes aus dem 17. Jahrhundert. Der Kreuzaltar wurde 1701 mit einer sonntaeglichen Fruehmesse gestiftet.
Die Geschichte der Stiftung wurde durch Aufzeichnungen des Gressenicher Vikars Peter Dunkel aus dem Jahre 1773 bekannt. Danach bekennt Johann Kind(t) am 28.04.1701 vor dem Gericht in Gressenich, dass er zur Begruendung einer an Sonn- und Feiertagen zu haltenden Fruehmesse die Zinsen von 337 Reichstalern bestimmt habe.
Kind(t) war wahrscheinlich in Gressenich geboren; er ist 1679 als Pfarrer in Hambach belegt und 1695 als Pfarrer in Boslar, wozu er 1657 approbiert wurde. Ihm wurde ausdruecklich die Erlaubnis erteilt, zweimal sonntags die hl. Messe zu feiern, neben der Pfarrmesse auch eine im Schloss Hambach fuer die franz. Soldaten.

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Im Jahre 1701 hiess der Pfarrer immer noch Hubert Freins, Pfarrer in Gressenich seit 1659. Er hatte am 20.03.1701 fuer einen Neubau am Kloster Wenau 10 Reichstaler gestiftet.
Am 14.07.1705 wird Gerhard Lueckenrath vom Abt von Kornelimuenster zum neuen Pastor von Gressenich approbiert. Lueckenrath war 1683 Subdiakon und 1684 Priester zunaechst in Lendersdorf geworden. Unter Pastor Lueckenrath wurde die Kreuzaltarstiftung erweitert. Durch eine Stiftung von 320 Reichstalern dehnten die Eheleute Lambert Brammertz und Margarete Esser am 24.05.1708 die Kreuzaltarstiftung aus. Jetzt sollte auch dienstags und samstags am Muttergottesaltar eine hl. Messe gefeiert werden.

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Im Jahre 1710 brach ein Streit zwischen den Familien Brammertz und Kind aus wegen des Patronatsrechts am Kreuzaltar. Gegen die Ausuebung durch die Familie Kind protestierte Lambert Brammertz. Die gerichtliche Erklaerung entschied er zu seinen Gunsten. Fruehmesser wurde Johann Wilhelm Roesseler, der am 05.12.1677 als Kind von Christoph Roesseler und C. Fratzels geboren wurde. Am 15.03.1710 wurde er zum Subdiakon und am 21.04.1710 zum Priester geweiht. Er feierte dreimal woechentlich und an Feiertagen die hl. Messe in Gressenich. Er ist aber vom eigentlichen Pfarrer Johann Wilhelm Roesseler zu unterscheiden. Letzterer schloss mit dem Schultheiss und den Schoeffen einen Vertrag, durch den die Pfarre verpflichtet wurde, ihm jaehrlich 44 Reichstaler fuer die Bedienung zu stiften. Roesseler starb am 09.07.1733.
In seinem Testament vermehrte er die Messstiftung um 100 Reichstaler, abzueglich 12 1/2 fuer seine Beerdigung und 5 fuer seine Grabstelle. Fuer die Stiftung sollte jaehrlich an seinem Todestag eine hl. Messe gelesen werden.
Von 1724 bis 1735 war ein Benediktiner aus Moenchengladbach Pastor in Gressenich, der sich bei einer Gelegenheit Pastor von Gressenich, Huette und Vicht nannte, Dies war sicherlich nicht korrekt, entsprach aber sicherlich der Einstellung der Glaeubigen in Vicht und Schevenhuette. In seiner Zeit vermachte die Witwe von Martin Hackhausen, Katharina Steill, 200 Reichstaler fuer die Beduerfnisse der Kirche.

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Am 15.03.1725 feierte in Gressenich ein Priester Primiz, Werner Herper. Um ihn gab es in der Folge grossKirche Schevenhuettee Auseinandersetzungen. Er war am 10.03.1685 in Echtz geboren. Am 12.09.1724 uebertrug man ihm die Pfarre Schevenhuette. Nur wenige Tage nach seiner Primitz, und zwar am 26.03.1725, zogen ihn die Gemeinde Gressench und Johann Wilhelm Roesseler, Pfarrer zu Gressenich. zur Verantwortung. Herper hatte ploetzlich behauptet, er sei nicht Pfarrer von Schevenhuette, sondern nur Inhaber eines einfachen Beneficiums ohne Verpflichtung zur Pfarrseelsorge; wenn er dies bisher getan hatte, dann nur auf Veranlassung des Pfarrers aus Gressenich bzw. freiwillig. Die Ausscheidung der Gemeinde Schevenhuette aus den Pfarreien Gressenich und Lendersdorf sei widerrechtlich geschehen; der Pfarrer von Gressenich, Freins, habe davon weder gewusst, noch habe er dazu seine Zustimmung erteilt. Ausserdem sei seine (Herpers) Wohnung von Gressenich genau so weit entfernt wie von Gressenich. Die Pfarrerhebungsurkunde von Schevenhuette aus dem Jahre 1699 besagte dazu: Durch den Koelner Erzbischof wurde Schevenhuette zur Pfarre erhoben, weil es sowohl von Lendersdorf als auch von Gressenich zu weit entfernt war (zu Lendersdorf soll Schevenhuette frueher gehoert haben): die Einwilligung des Pfarrers von Lendersdorf lag vor, die Einwaende des Pfarrers aus Gressenich waren nicht stichhaltig.
Als Werner Herper beim Koelner Erzbischof prozessierte, wollte er zwar die Einkuenfte aus dem Schevenhuetter Beneficium haben, aber keine Seelsorge ausueben. Er legte ein Zeugnis vom Schultheiss und von Schoeffen vor, welches besagte: Schevenhuette, Joaswerk und Bend bestuende aus 40 Haeusern und laegen 11/2 Viertelstunde (ca. 25 Minuten) von Gressenich entfernt. Die Bewohner haetten seit unvordenklichen Zeiten den Gressenicher Pastor als ihren Seelsorger anerkannt, haetten von ihm die Sakramente erhalten und seien auch dort bis vor einigen Jahren beerdigt worden. Ausserdem sei das in der Herrlichkeit Gressenichs gelegene Dorf Mausbach sei von Gressenich weiter entfernt und der Weg beschwerlicher. Das ganze Dorf Krewinkel, teils in Herrschaft Gressenichs, betrachte den Pastor von Gressenich als seinen Seelsorger. Die von dem Geistlichen aus Schevenhuette benutzte Wohnung liege auf dem “Crathdt” bei Gressenich.

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Als Werner Herper in 1725 Gressenich Primiz feierte, war hier der Gladbacher Benediktiner Johann Jakob Kloubert Pastor. Kloubert, früher Lektor im Kloster zu Kornelimuenster, trat sein Amt wahrscheinlich am 14.10.1724 an. Um 1748 wurde er unterstuetzt durch Sacellan Klee, der auch Hauslehrer der Familie Rueben aus Schevenhuette war. Klee musste nicht nur an Sonn- und Feiertagen die hl. Messe lesen, sondern auch jeden Mittwoch und Samstag. 1750 wurde Kloubert Pastor in Kornelimuenster..